Das 11. Ziegeleifest wird vorbereitet…
Ein Beitrag von Christine Urbat (Bilder: Ralf Patela)
Zwei Jahre sind seit dem Ziegeleifest aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens des Fördervereins Ziegelei und Gipshütten vergangen, nun wird das diesjährige, das 11. vorbereitet.
Es findet am 4. Juni 2011 von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr statt. Während im Jahre 2010 der Tag der Egelner Mulde mit einem Abschiedsfest auf dem Kalkberg feierlich ausklang und im Jahre 2009 die gelungene 16. Tagung des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie veranstaltet wurde, sollen nun wieder besonders die Freunde des Ziegels, seiner Geschichte und seiner Bauwerke auf ihre Kosten kommen.
Dazu haben der Eigentümer, die Sozialaktiengesellschaft Bielefeld und der Förderverein der Ziegelei und Gipshütten umfangreiche Vorbereitungen getroffen.

Im Haus 1909 wird die modernisierte ständige Ausstellung zur Ziegeleigeschichte den Besuchern gezeigt. Im Mittelpunkt wird ein liebevoll gestaltetes Modell des gesamten Areals, das die fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beschäftigungsmaßnahmen 2010/11 hergestellt haben, zur Besichtigung geboten und sicherlich breite Zustimmung erfahren.
Eine weitere Überraschung erwartet die Besucher im so genannten Pferdestall. Dieser wunderschöne Ausstellungs- und Versammlungsraum, der aus Anlaß des internationalen Treffens der Ziegler und Wissenschaftler am Standort des alten Brennschuppens im Jahre 2009 geschaffen wurde, präsentiert ungewöhnliche fotografische Einblicke in und um ein einzigartiges Denkmal.
Der Westeregelner Ralf Patela und seine Freunde aus Staßfurt, Magdeburg und der Egelner Mulde, (die sogenannten Nachtfotografen) treffen sich seit einiger Zeit regelmäßig, um ihre fotografischen Entdeckungen auszutauschen. Als der Vereinsvorsitzende Andreas Beaugrand eine Führung durch das Westeregelner Bau- und Industriedenkmal veranstaltete, sind diese Fotos entstanden. Wir können uns darauf freuen.

Die beliebten Führungen der Besucher sind auch dieses Mal wieder etwas Besonderes: Erstmals kann nach langer Zeit wieder der Rundgang über den Hoffmannschen Ringofen stattfinden. Dieser war durch die jahrelangen Dachschäden am großen Ofenhaus nicht mehr möglich gewesen. So sind die Führungspunkte wieder komplett: Von der Tongrube, über das Pressenhaus, die alte und große Trocknung, in den Brennofen …
Der beim Rundgang nachvollziehbare Weg des Ziegels und seiner Stationen sind für den Kenner der Ziegelherstellung einzigartig. Die noch nie da oben waren, sollten kommen, so ein Standort einer der ältesten, komplett erhaltenen Ziegelei Europas ist etwas, das man nicht alle Tage zu sehen bekommt. Und wenn alles gut geht, soll auch der Kollergang angestellt werden, der mit Riesengetöse im Pressenhaus das Mahlen und Mischen des Tons bis zum Pressen der Rohlinge demonstriert.
Aber es gibt noch mehr zu sehen.In der Tongrube, einem geschützten Geotop von internationalem Rang kann durch ein sogenanntes geologisches Fenster in die Erde geschaut werden. Dabei kann der Besucher eine ungewöhnliche Station des Staßfurt-Egelner Salzsattels bewundern, denn hier steilte sich das unterirdische Deckgebirge vor langer Zeit aus der Horizontale in die Vertikale. Dabei haben sich die Buntsandsteinschichten „aufgerichtet, steilgestellt“. An dieser Stelle wird für jeden sichtbar, was sonst nur unter der Erde gesehen werden kann.
Kann man den ungewöhnlichen Ort und seine Sehenswürdigkeiten noch steigern? Kann man. Die unter bewährter Leitung des Staßfurter Geologen Karl Wächter entdeckten und freigelegten Eiskeilnetze, die er auch mit Hilfe von Vereinsmitgliedern und sozial tätigen Mitarbeitern seit Jahren pflegt, geben Auskunft über die eiszeitliche Vergangenheit dieses Geotops von internationalem Rang. Interessierte Besucher können erfahren, aus welcher Zeit diese geologischen Zeitzeugen stammen….

Aber das eigentliche Wunder sind die mit großer Sorgfalt wiederhergestellten Gebäude, die rekonstruierte Front- und Dachfläche des großen Ofenhauses, die alte Fachwerktrocknung, die wiederhergerichteten Mehrzwecköfen am ursprünglichen Standort der alten Ziegelei, hinten am Brunnen…
Man fragt sich Anno 2011 bei der Betrachtung solcher wieder erstandenen technischen Wunder aus der Zeit der industriellen Revolution in der Ziegelindustrie des ausgehenden 19. und Beginn des 2o. Jahrhunderts: Was wäre, wenn dieser Bielefelder Franz Schaible in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts nicht zufällig am Westeregelner Kalkberg vorbeigekommen und sein Herz für dieses technische Denkmal entdeckt hätte?
Tausende an Spenden geordert, in die Erhaltung des Ortes gesteckt, hunderten arbeitslosen Menschen eine sinnvolle Tätigkeit vermittelt hätte! Und- in aller Bescheidenheit- der 1998 gegründete Förderverein die finanziellen Möglichkeiten der Kreissparkasse, des Landkreises, des Landes Sachsen-Anhalt dankenswerter Weise nutzend, einen schon sehenswerten Ort der Erinnerung geschaffen habend….
Es gibt kein “Was wäre, wenn“ mehr, es ist eine Tatsache, dass seit damals jährlich zwei-bis dreitausend Menschen da oben waren und staunend von dannen gezogen sind.Und auch sie haben Spenden hinterlassen… Ein Grund mehr sich auf dieses „elfte“ im Jahre 11 nach der Jahrtausendwende zu freuen…. Kommen Sie und schauen Sie sich diesen einzigartigen Ort am ersten Juniwochenende an!

Also, es gibt natürlich auch tolle Musik, die Unseburger Band „“Exzent“ spielt auf, die tanzenden Popmäuse und die Dance-factory aus Egeln treten auf, befreundete Vereine präsentieren sich an Informationsständen, die Feldbahnfreunde aus Schlanstedt fahren Sie durch die Grubenlandschaft, die beliebten Rikschas kurven um die Ziegelei ebenso wie das Ponygespann der Familie Bohndorf, man kann mit Ton arbeiten, gut essen und trinken. Kaffee und Kuchen, Spanferkel und Fladen aus dem Backofen genießen und in der schönen natürlichen Umgebung es sich wohlergehen lassen.
Alles für einen Euro Spende, wenn Sie erwachsen und 50 Cent, wenn Du Kind bist. Solltest Du aber einen Dachziegel oder ein anderes Tonwerk aus der Vergangenheit , möglichst mit Herkunftsort und –zeit mitbringen, bereicherst Du unsere Ziegelsammlung und darfst so rein….
Also, sehen wir uns? Achso, für nicht motorisierte vor allem ältere Bürger fährt ein Kleintransporter stündlich rauf und runter, (danke dem Autohaus Schreiber) Abfahrtzeit und-ort wird noch bekannt gegeben….
Förderverein Ziegelei und Gipshütten Westeregeln.
Verbandsliga-Handballer vom SV Wacker Westeregeln





